Unsere Kirche

Die Michaelskirche

Der damalige Landesbischof Dr. D. Lilje schrieb 1964 in seinem Grußwort zur Einweihung der Michaelskirche:

"... Wir wissen, daß der so vielen Erschütterungen ausgesetzte Mensch unserer Zeit nichts so nötig hat wie ein bergendes Haus, in dem er Ruhe finden und Antwort auf die bedrängenden Fragen des Lebens bekommen kann. Daß er in dieser Kirche alles das finden möchte, was er sucht und was ihm zum Leben not ist, ist mein Wunsch und Gebet.

Das neue Gotteshaus ist aus dem architektonischen Willen unserer Zeit erbaut. Damit möchte die Kirche bezeugen, daß das Evangelium von Jesus Christus dem Menschen von heute genau so als frohe Botschaft begegnen will wie den vergangenen Generationen. Denn dies ist unsere Überzeugung und unser Bekenntnis: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit! (Hebr.13,8)."

Diese Zielsetzung haben die Architekten Bernhard Hopp und Rudolf Jäger versucht, in ihrem Gebäudeentwurf umzusetzen und dabei das Preisgericht für den damaligen Architektenwettbewerb überzeugen können. So heißt es im deren Urteil: "Der Entwurf erreicht durch das Vorziehen der Hauptkörper an die Bischof- und Münstermannstraße eine städtebaulich beherrschende Wirkung, die durch die Anordnung des Turmes an die Ecke der beiden Straßen besonders betont wird. Auch die klare Anordnung des Kirchplatzes mit den Haupteingängen ist zu loben. Die Verteilung der Baumassen wirkt sehr lebendig...."

- Ein Grußwort, das bis heute seine Gültigkeit behalten undseine Erfüllung gefunden hat, indem die Michaelskirche mit ihrem Turm nicht nur ortsbildprägend, sondern auch für die Gemeindeglieder des Mühlenendes in Rotenburg ein fester Anlaufpunkt geworden ist.

engel michael quer

Die große Michaelsplastik

Die Nordwand der Michaelskirche schmückt eine die Mauer überragende Groß-Plastík mit dem Erzengel Michael. Beim Bau der Kirche hatte die Behörde angeordnet: "Die Wand ist mit einer Plastik aufzulockern". Das ist in der grauen Figur des Stuttgarter Bildhauers Elmar Lindner geschehen.

Die große Michaelsplastik

Michael rangiert auf der obersten Stufe der biblischen Engelsgestalten. Er ist Symbol für die Beziehungen zwischen dem Ewigen und Vergänglichen, Himmel und Erde, Gott und seinen Geschöpfen. Er personifiziert in mysthischer Form die Realität dieser geistig-geistlichen Zusammenhänge. Die Bibel konnte sich den Mittelsmann nicht anders als mit Flügeln vorstellen. Die Michaelsplastik hat mehr als zwei Flügel bekommen!

Der skizzenhafte Entwurf zu unserer Großfigur weist unübersehbar Flügel aus. Der gestaltende Künstler hat die Skizze jedoch im Sinne des herrschenden Modegeschmacks "picassiert" und eine Zertrümmerung der Form vorgenommen. Elemente wurden verfremdet, deplaziert, verrückt. Lediglich Michael in Menschengestalt bleibt unverändert.

Da sind noch zwei Elemente im Bild, die man "Geiststrahlungen" nannte. Sie sind gegenläufig. Eins tendiert nach oben, das andere nach unten. Auf ihnen entdecken wir archaische Zeichen, die Urworte wie auf Runenbrettern raunen mögen. Es ist die Botschaft zwischen Schöpfer und seinen Geschöpfen: Die "Anrufungen" und die "Offenbarungen". So erhält das Kunstwerk seinen urgewaltigen Effekt.

Der Erzengel steht fast losgelöst vor diesen transzendenten Symbolen. Leichtfüßig, beinahe "schwerelos" schwebt er im Schatten der zum Himmel ragenden Sinnzeichen. Aber er berührt noch den Boden der Erde. Ihr will er zugehören. Sie ist der immanente Bereich seiner zwischenmenschlichen Wirksamkeit. Sein Gesicht blickt frei in die Welt, das Haupt ist erhoben. Er trägt weder Helm noch Kopfputz. Der weite Mantel ist zum Schreiten offen. Die geöffnete Rechte ruht betroffen auf der Brust. Sie hat ja kämpfen müssen. Nun sind beide Hände ohne Faust und Waffen (Faustwaffen). Die uns zugewandte Linke zeigt die Innenhand. Sie bietet sich offen dar, ist frei von Hinterhalt und Tücke. Sie wirkt gelöst, vielleicht erlöst. Pulsierende Wärme, ja Zuwendung und Hilfsbereitschaft möchte sie schenken. Michaels Hände wollen Gottesfrieden.

Der ziegelsteinerne Glockenturm der Michaelskirche ist ein freistehender Kampanile, wie man ihn häufig in Italien findet. Er bildet den nordöstlichen Eckpunkt des weiten Kirchplatzes. 30 Meter ist er hoch und birgt in der Glockenstube fünf Bronzeglocken verschiedener Größe und Klangfarbe.

Der Turm der Michaelskirche

Für alle großen Kirchen auf der Erde ist der Glockenturm mit schwingenden Schallkörpern typisch. Sie verleihen dem Klang mystische Lebendigkeit. Seit dem 6. Jahrhundert werden sie gegossen, meist in Bronze. Ursprünglich hatten sie die Form eines Bienenkorbes. Seit langem aber werden sie nur noch in Kelchform gegossen. Den unteren Rand der Glocke nennt man Glockenmund. Durch Anschlag an die Innenwand erzeugt der Klöppel den Ton, der durch schwingenden Klang aus dem weit offenen Glockenmund schallt und die Ohren der Menschen erreichen will.

Glocken sollten zum Gottesdienst und Gebet rufen. Beim Läuten versammelt der Küster die Klangkörper in wechselnder Anzahl zu unterschiedlicher Tonmischung und fest bestimmter Klangfarbe. Dabei spielen Tageszeit und Anlaß die wesentliche Rolle.

Die Namen und Tonstimmung der fünf Glocken sind:

  1. Friedensglocke - h´
  2. Betglocke - cis´´
  3. Taufglocke - fis´´
  4. Lobglocke - gis´´
  5. Glaubensglocke - a´´

Jede Glocke trägt eine eigene Inschrift.

Friedensglocke: "Uns, Herr, wirst du Frieden schaffen." (nach Jesaja 27,5)

Betglocke: "Herr, lehre uns beten." (Luk. 11,1)

Taufglocke: "Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige" (Off. 1,17f)

Lobglocke: "Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen." (Psalm 8,2)

Glaubensglocke: "Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht." (Jesaja 7,9)

Unser Geläut ist auf die anderen Kirchen in der Stadt gut abgestimmt.

Läuteordnung:

  • Sonn- und Feiertage werden am Vorabend mit den vier Glocken (2-5) eingeläutet.
  • Zu den Hauptgottesdiensten erklingt "volles Geläut", zum Kindergottesdienst rufen Bet-, Tauf- und Lobglocke.
  • Bei Taufen außerhalb des Gottesdiestes hört man die Tauf- und Glaubensglocke.
  • Zu Andachten und Nebengottesdiensten läuten die Glocken 2 und 4 (Bet- und Lobglocke)

Beim Tod eines Gemeindemitgliedes wird dies um 10.45 Uhr durch Bet- und Taufglocke bekannt gemacht. Ein Stilles Gebet für das in die Ewigkeit abgerufene Gemeindeglied und des eigenen Endes sind üblich. Zu den Beerdigungen läuten die Glocken der zuständigen Friedhofskapelle.

Die Betglocke hat noch eine eigene Funktion. Um 8,12 und 18 Uhr schlägt sie dreimal dreifach in kurzen Intevallen an. Man nennt dies die "Betschläge". Der frome Hörer reagiert mit einem stillen Gebet, wo es eben möglich ist. Im weiten niedersächsischen Sprachraum wird mancherorts dies schlichte Gebet gesprochen:

"Die Glocke schlägt, Gott steh mir bei.

dass diese Stund´ glückselig sei,

und kommt die letzte Stund heran,

so nimm mich, Herr in Gaden an.

Amen."

Mit dem neunten Glockenschlag ist auch das Gebet zuende. (Vielleicht probieren Sie´s auch mal?)

Das grausilberne Altarbild, eine Skulptur aus Muschelkalk auf ziegelroter Backsteinwand, zieht den Blick des Besuchers der Michaelskirche in seinen Bann.

Die Einzeldarstellungen in diesem Triptychon stehen in einem engen geschichtlichen Zusammenhang, wie bei Triptychen üblich.

Der Gekreutzigte in der Mitte als Herr mit erhobenen Armen. Seine offenen Hände vermitteln den Segen des Kreuzes an die Welt. Der Blick ist frei auf die Menschen gerichtet. Die goldenen Strahlen heben ihn aus der Skulptur heraus. Über seinem Haupt glänzt der goldene Schimmer des Göttlichen.

HOFFNUNG auf die Auferstehung und das ewige Leben strahlt dieser aus.

Auf der linken Seite erkennen wir einen Mann bei einer Frauengestalt mit edlem, madonnenhaften Gesicht. In tieferschreckter Haltung steht sie neben dem imaginären Kreuz. Tröstend wendet sich der Mann ihr zu. Mit beiden Armen umfängt er sie. Es sind Maria. die leibliche Mutter Jesu, und Johannes der "Lieblingsjünger" ihres Sohnes. Dieser nimmt Maria wie eine Mutter zu sich. Man hört das Jesuswort vom Kreuz: "Dies ist (nun) dein Sohn. Dies ist (nun) deine Mutter"

LIEBE stellt dieses Teilstück dar.

Das rechte Feld zeigt eine Einzelgestalt mit dem Gesicht eines Mannes, das in Form und Ausdruck dem in der Mitte gleicht. Es ist der römische Centurio, der "Hauptmann unter dem Kreuz". Er hatte die Exekusionen zu überwachen. Zu seinen Füssen ist ein Adlerkopf, das römische Feldzeichen, angedeutet. Mit seiner Linken weist er verhalten auf den soeben hingeschiedenen Mann in der Mitte, dessen Sterben Natur und Kreatur bewegte. Über seinem Haupt trägt auch er den Strahlenglanz der Gottesbeziehung, des GLAUBENS. Auch sein Blick ist auf die herumstehnden Menschen gerichtet. Er erkennt und bekennt laut:"Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn, dieser ist ein frommer Mensch gewesen."

Der Offizier hatte den grausamen Befehl der Hinrichtung gehorsam auszuführen. Er war sensibel und offen für das innere Geschehen, das die Welt bewegt. Er ist der erste "Heide" der unter dem Kreuz zur "Erkenntnis der Wahrheit", zum Glauben kommt. Grund genug ihn darzustellen.

GLAUBE, HOFFNUNG, LIEBE, diese drei blicken heischend auf uns im Altarbild der Michaelskirche.

 

 Der Altar ist stets der zentrale Ort der Kirche. Die Mensa, seine Platte, nimmt die Bibel und Sakramentsgerät auf. Der Altarraum ist die Stätte für Gebet und Segen.

Altäre waren ursprünglich erhöhte Opferstätten in Block- oder Tischform. Die Ablage der im Gotterdienst gesammelten Opfergaben auf unserem Altar lassen ihn als Opfertisch in Erinnerung bleiben. Das wird in der Michaelskirche liturgisch sinnvoll und schön praktiziert. Dank der Kollektanten! Auch die Gaben zum Erntedankfest am 1. Sonntag nach Michaelis gehören als Viktuale zum Altar.

Unser Tischaltar besteht aus einer schweren Muschelkalkplatte, die auf zwei massiven Seitenwangen ruht. Sie ist bedeckt mit einem nach beiden Seiten herabhängenden weißen Tuch aus Leinen. Das Antependium, also der kunstvoll gearbeitete Vorhang auf der Vorderseite, zeigt durch seine wechselnde liturgischen Farben die Zeit des Kirchenjahres an.

Ein Kreuz mit der Initiale J (Jesus) steht in der Mitte, flankiert von zwei Ständern mit brennenden Kerzen. Auch Schnittblumen als Symbol für die Auferstehung gehören dazu (Trennung von Blumenwurzeln und Blume). Das Kreuz will an den Opfertod Jesu erinnern, das Leinentuch an das leere Grab.( Der Gekreuzigte war in ein Leinentuch gehüllt gewesen.) Als "Zeichen" blieb es im leeren Grab zurück.

Wachskerzen waren in vorelektrischer Zeit zum Lesen der Texte in einer düsteren oder dunklen Kirche notwendig. Gleichwohl brachten sie auch stets der feiernden Gemeinde das "Ich bin das Licht der Welt" sinnenfällig nahe.

Ein guter Teppich führt über die Stufen zum Altar. Durch ihn solle die Stättte als "heilig", aus der "Welt" gesondert herausgehoben werden.

An jedem 1. Sonntag im Monat feiert die Gemeinde das heilige Abendmahl am "Tisch des Herrn". Dazu gehören 1.) Beichte mit Absolution, 2.) Abendmahlsempfang. In der Beichte spricht der Pastor das "allgemeine Sündenbekenntnis" für die Gemeinde. Die "Stille Zeit" dient dem Einzelnen zur Besinnung auf sein rechtes Verhältnis zu Gott und seinen Mitmenschen.

Die Absolution durch den Pastor, das ist der Zuspruch der Vergebung der Sünden, ist so wirksam, als hätte der HERR es selbst gesagt. Hat er ja auch: "Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sie erlassen", Jo 20,23. Die Absolution nehmen auch Menschen an, die aus mancherlei Gründen nicht zum Empfang der Sakraments zum Altar gehen. Für sie mag abgewandelt gelten: "Höret (schmeckt) und sehet, wie freundlich der HERR ist!" (Psalm 34,9)

Der Pastor segnet, konsekriert Brot und Wein mit den Zeichen des Kreuzes unter den Worten "Das ist mein Leib, das ist mein Blut" zum Gedächtnis an Jesu Mahl mit seinen Jüngern am Abend vor der Kreuzigung. "In, mit und unter" Brot und Wein ist Christus selbst gegenwärtig. Er bestätigt Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit bei gläubigem Empfang.

dornbuschkanzel

Die Kanzel in der Michaelskirche ist aus Leichtbeton gegossen und stellt den brennenden Dornstrauch dar. Hieraus wird Mose zum Befreier seines Volkes berufen.

Unsere Kanzel hat der Künstler als Dornbusch gestaltet, um zu demonstrieren, dass das Wort von der Kanzel zur Gemeinde im gläubigen Vollzug Gottes Wort wird. Menschenwort wird durch gläubige Annahme des Hörers zum Gotteswort. Das Wort aus dem brennenden Dornbusch des Ewigen an seine Menschen.

Die Dornbuschkanzel

 

Mose hütet die Schafe seines Schwiegervaters und geriet über die Grastreppe hinaus an den Gottesberg, den Horeb. Da erschien ihm der Engel Gottes in einer "feurigen Flamme" aus dem Gedörn. Jüdische Ausleger sagen: Es war MICHAEL! Der Dornbusch verbrannte jedoch nicht. Mose sah dies von fern. War es fluoreszierendes Licht? Eigenleuchten solcher Art kennen wir.

Als Mose das Phänomen näher untersuchen will, wird er aus dem Feuer heraus gewarnt: "ICH BIN DER ICH BIN", bin JAHWE. Hier wird der hebräische Gottesname von dem Zeitwort "sein" her gedeutet. "ICH BIN" lautet mein Name.

Nebenbei: In der Klosterkirche von Gottsbüren/Weser aus dem 14. Jahrhundert befindet sich ein Steinfries mit dem Text in plattdeutscher Sprache: "EK BEN DE EK BEN" Darüber ein Kopf mit Krone und Nimbus.

Unsere Kanzel hat der Künstler als Dornbusch gestaltet, um zu demonstrieren, dass das Wort von der Kanzel zur Gemeinde im gläubigen Vollzug Gottes Wort wird. Menschenwort wird durch gläubige Annahme des Hörers zum Gotteswort. Das Wort aus dem brennenden Dornbusch des Ewigen an seine Menschen sein.

Die DORNBUSCHKANZEL ist als Block mit groben Feldern gestaltet. In die verschlungenen Dornstöcke wurde das Gedörn in filigraner Manier leicht erhaben eingegossen. Mit einiger Vorstellunskraft sieht man die Flammen züngeln und ahnt, dass es im Dorn brennt. Das Außergewöhnliche, die Macht des Wundersamen, hat hier Gestalt gefunden. Theologen, Laienprädikanten, Lektoren betreten sie mit Fug und Recht und machen die "Gemeinschaft der Heiligen" deutlich sichtar.

Wir wünschen unserer DORNBUSCHKANZEL in der Michaelskirche am Mühlenende eine gute Zeit im Frieden in der Welt und im gläubigen Hören auf ihre Botschaft. In ihrer lichten Strahlung vor der roten Ziegelwand möge sie eine Stätte feuerfreier Verkündigungen sein und bleiben. Jeder Prediger oder Lektor - ob Mann oder Frau - wolle sie mit heiliger Scheu und sicherer Berufung betreten in dem Bewußtsein:

"Gottes Stimme laßt uns sein,

rufen in die Welt hinein:

`Jesu lebt und Jesu siegt`,

alles ihm zu Füßen liegt."

Taufbecken 2020 hoch

Unser Taufstein steht in der Taufnische. Sie hat in der Decke eine runde Lichtkuppel. Die Nische ist das reduzierte Relikt einer Taufkapelle, wie sie die Lutheraner von ihrer katholischen Vorgänger-Kirche weithin übernommen haben. Der Taufstein mit seiner Kuppa, dem Taufbecken, steht direkt unter der Lichtkuppel. Von oben kam bei der Taufe Jesu die Taube mit dem Großvaterwort: Dies ist mein Lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!" Es wird berichtet, dass nur der Sohn das Wort vernommen habe.

Die Taufgemeinde umsteht den Taufstein in der Runde und nimmt mit dem Bekenntnis von Eltern und Paten - stellvertretend für das Kind - am sakramentalen Geschehen teil. Durch die Offenheit  des Raumes zum Kirchenschiff hin ist auch die Gesamtgemeinde an der heiligen Handlung beteiligt. Die juristische-gesellschaftliche Bedeutung dieser öffentlichen Handlung bedeutet die Aufnahme in die Gemeinde Christi und die Rechtsgröße Kirche.

Der kunstgeschmiedete Kerzenständer für die Osterkerze trägt das Kerzenlicht wie in uralten Zeiten, da man zum Lesen in der Kirche auf solches Licht angewiesen war. An der Osterkerze werden die Taufkerzen feierlich entzündet und den Paten/Eltern für den Täufling überreicht. So soll der Vorgang persönlich werden.

weihnachtsstern

Am 1. Advent wird die Krone unversehens durch den helleuchtenden Stern mit den vielen Strahlen abgelöst. Als vielzackiger Stern von Bethlehem ist er von innen erleuchtet. Er tut kund: Jetzt ist Advent; bald kommt das Christfest.

In der Brüdergemeinde von Herrnhut in der Oberlausitz wurde diese Art in den letzten 100 Jahren entwickelt und hat weithin Eingang im christlichen Raum gefunden. Kirchen und Kindergärten, Gemeinde- und Krankenhäuser, Wohnungen und Werkskantinen schmückt der Stern in der "weihnachtlichen Zeit". In unserer Kirche bleibt er bis zum Epiphaniassonntag am Seil. Er ist Erinnerung an den Stern der Weisen, der Magier, der Heiligen Drei Könige. Der Stall mit der (Futter-) Krippe war wohl in einer Felsenhöhle.

Der Bethlehemsstern ist keine Fiktion. Schon der Astronom Johannes Keppler hat um 1600 berechnet, dass zwischen den Jahren 7 und 9 nach "Christi Geburt" die Sterne Jupiter  und Saturn in eine enge Konjunktion getreten waren. Neun Monate waren sie auf dem selben Längengrad einander so nahe gerückt, dass sie dem Beschauer wie ein großer Stern erschienen. Moderne Berechnungen haben ergeben, dass diese Konjunktion genau im Süden zu sehen war. Im Verlauf der Erdumdrehung neigte sie sich in den Abendstunden nach Südwesten. Und ebenso verläuft der acht Kilometer lange Weg von Jerusalem nach Bethlehem.

Der Jupiter galt zu Jesu Zeiten als Zeichen des Weltenherrschers, der Saturn als Zeichen des jüdischen Volkes. Die Sternkundigen deuten; Ein numinoser Weltenherrscher wird im jüdischen Volk geboren.

Der genaue Geburtstermin ist bis heute umstritten. Die Geburt fand zur Zeit Herodes´ des Großen statt. Dieser starb im Jahr 4 vor Christi Geburt. Also war Jesus spätestens zu diesem Zeitpunkt geboren. Das Geburtsjahr ist zwischen 7 und 4 vor "Christi Geburt" anzusetzen. Wie dem auch sei, einig sind sich alle Wissenschaftler mit den Gläubigen Christen: Jesus ist geboren und hat als historische Persönlichkeit bis etwa zum Jahr 30 n. Chr. gelebt.

Weihnachten wurde übrigens lange Zeit hindurch im Januar gefeiert. Erst im Jahre 345 einigte sich die westlich römische Christenheit auf den 25. Dezember. In den "orthodoxen"´ östlichen Kirchen feiert man noch heute Weihnachten am 6. Januar, unserem Epiphanias.

Eine-Welt-Leuchter quer

Als Mitglieder der Eine-Welt-Gruppe Rotenburg 1994 anlässlich einer Wochenendfreizeit in der Kirche in Trebel zum ersten Mal eine schmiedeeiserne Weltkugel sahen, entstand schnell der Gedanke, für die heimatliche Kirche einen solchen Weltkugel-Leuchter zu beschaffen.

Der Künstler Ernst Muchow aus Gümse, der den Trebeler Leuchter entworfen und hergestellt hatte, fand sich bereit, eine 1,30 m im Durchmesser aufweisende formschöne Kugel zu schmieden, die 54 Kerzen tragen kann.

Allein das Schmieden der aus Messingplatten geschnittenen Teller unter den Kerzen erforderte Hunderte von Hammerschlägen an mehreren Tagen.

Seit dem Gottesdienst am 9. Juni 1996 steht der Eine-Welt-Leuchter im Eingangsbereich des Kirchenschiffes der Michaelsgemeinde. Alle, die zum Gottesdienst in unsere Kirche kommen, können für 50 Cent eine Kerze erwerben, angezündet in den Leuchter stellen und dabei bedürftiger Menschen gedenken.

Der Erlös aus dem Kerzenverkauf soll Menschen zugute kommen, die unsere Unterstützung dringend benötigen.

So wurde ein Krankenhaus für krebskranke Kinder in Minsk (Weißrussland) unterstützt, eine ländliche Arbeits- und Bildungsstätte bei Sao Paulo in Brasilien, oder die Kindertagesstätte in San Mateo in Bogota in Kolumbien. Zur Zeit wird für den Freibettfond des Diakoniekrankenhauses Rotenburg (Wümme) gesammelt.

Die brennenden Kerzen mögen ein Zeichen der Hoffnung für die

Eine Welt sein.

Die Eine-Welt-Gruppe Rotenburg

orgel michael hoch

Unsere Orgel wurde vom bekannten Orgelbauer Rudolf Janke aus Bovenden (bei Göttingen) gebaut. Ihre Weihe in der Michaelskirche fand am 21. April 1991 statt.

Disposition

Hauptwerk          Brustwerk                   Pedal

Principal 8'             Gedackt 8'                      Subbaß 16'

Hohlflöte 8'            Rohrflöte 4'                    Octavbass 8'

Octav 4'                  Gemshorn 2'                  Fagott 16'

Doublette 2'            Quinte 1 1/3'

Mixtur 3-4f             Sesquialtera 2f              Manualschiebekoppel

Dulcian 8'                                                     Pedalkoppeln

                                                                     Tremulant auf das ganze Werk

 

 

Die Lautsprecher- und indukTiveHöranlage

Neuer Hörgenuss für alle in der Michaelskirche!

Eine ganz besondere technische Hilfe für Hörgeschädigte hat die Michaelsgemeinde Rotenburg in ihrer Kirche einbauen lassen: Es ist ab sofort möglich, mit den handelsüblichen Hörgeräten weitaus leichter an den Gottesdienstdiensten teilnehmen zu können.

Die anstehende Erneuerung der Mikrofon- und Lautsprecheranlage war für den Kirchenvorstand eine gute Gelegenheit, das Angebot speziell für Hörgeschädigte erstmals in den Vordergrund zu stellen. Hierfür wurde eine Ringschleife verdeckt im Mauerwerk des Kirchenschiffes verlegt. Sie ermöglicht an jedem Platz in der Kirche den störungsfreien Empfang über die Hörgeräte der Besucherinnen und Besucher, die dazu auf die Einstellung "T" gestellt werden müssen. Nebengeräusche, die bei der Verstärkung sonst im Alltag ein besonderes Problem für Hörgeschädigte darstellen, werden hier vollständig ausgeblendet.

Die neue Mikrofon- und Lautsprecheranlage wurde, wie die IndukTive Höranlage, mit Unterstützung eines Fachplaners speziell für diesen Kirchenraum ausgelegt und bringt somit für alle Besucherinnen und Besucher eine sehr gute Klang- und Wortübertragung.

Finanziert wurden diese Anlagen durch die Spendenaktion des vergangenen Jahres, in der in der Michaelsgemeinde speziell hierfür um einen freiwilligen Gemeindebeitrag gebeten wurde.

Der Kirchenvorstand lädt nun ganz herzlich dazu ein, am Gottesdienst mit Unterstützung dieser neuen Technik mit oder ohne Hörgerät teilzunehmen und dankt allen Gemeindegliedern, die dies mit ihrer Spende ermöglicht haben. Ganz besonders erfreulich war, dass die Anlage bereits für die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Michaelskirche  zur Verfügung stand.

 

mosaik

 Ein vielfarbiges Wandmosaik beherrscht die Eingangshalle der Michaelskirche. Die goldene Scheibe mit den 7 güldenen Strahlen fällt als zentraler Blickfang ins Auge. Der "Schöpfungsbericht" der Bibel, 1. Mose 1, steht vor uns. "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde". Die Strahlen sind die Schöpfungstage.

Der poetische Bericht wurde im Exil in Babylon (586-538) von theologisch gebildeten Kreisen, vermutlich Priestern, klassisch formuliert. Die Wassermassen bei den Überschwemmungen der beiden Flüsse Euphrat und Tigris in Mesopotamien und die urgewaltigen Wolkenbrüche waren das Abbild für die URFLUT und das URMEER. Gleich einem Vogel mit weiten Schwingen schwebte des Schöpfers Geist über dem Tohuwabohu, dem Chaos. Gottes Machtwort schuf aus dem Chaos den Kosmos mit seinen Ordnungen und Gesetzen.

Die güldene Zentralscheibe ist das Symbol für Gottes erstes Schöpfungswort:

"Es werde Licht!" Ohne Licht kein Leben!

Als blaues Band blickt das Gewölbe des Himmels, die FESTE auf unsichtbare "Säulen", verstohlen unter der Scheibe hervor (Ps. 75,4; Hiob 26,11). Eine Wasserscheide trennt den Himmelsozean vom Erdenmeer: HIMMEL und ERDE entstehen. Das erdfarbene, vollrunde Band scheidet die Erde vom Meer. Hell strahlt die Atmosphäre mit blauen Adern im lichtdurchfluteten Rund. Ohne Luft kein Leben!

Die Himmelskörper werden als "Lampen" im Planetarium prosaisch "aufgehängt". Sie haben Leuchtfunktionen, aber keine göttliche Qualität wie bei bei einer polytheistischen Umwelt. Das ausgedehnte blaue Meeresrund mit seinem Wasserblau ein Angebot zum Trinken! Ohne Wasser kein Leben!

Dunkle Berge mit markanten Spitzen und grasgrüne Täler für die Wasserläufe rahmen das Bild ein. Das weichende Wasser ist von Bergen und Tälern umgeben. Weite Seenplatten und gelegentlich Sonnengold auf Erden geben dem Bild Leben. So wird das Mosaik zum Symbol für unseren "blauen Planeten", die Erde in ihrer Vollkommenheit.

 

buecherecke

Unsere Bücher-Ecke im Vorraum des Gemeindesaals wurde von einer kleinen Gruppe aus der Gemeinde eingerichtet. Dort können sowohl Bücher, die schon gelesen sind und nicht mehr benötigt werden, eingestellt als auch kostenlos ausgeliehen werden.

photovoltaikanlage

Solarstrom vom Kirchendach

Heute ist die Schöpfung Gottes durch Menschenhand bedroht. Klimaveränderungen sind längst nicht mehr nur Szenarien, sondern fordern zügiges Umdenken  und einen anderen Umgang mit Energie, einen Paradigmenwechsel in unserer Energieversorgung.

Dazu mahnt seit 1986 Tschernobyl:

Eine Region von der Größe Nordrhein-Westfalens ist auf Generationen aus der Schöpfung herausgenommen, nicht durch Krieg oder Naturkatastrophen, sondern durch tödliche Strahlung infolge falscher und unverantwortlicher Energiepolitik.

Ein Zeichen gegen diese Fehlentwicklung des letzten Jahrhunderts steht seit August 2001 weithin sichtbar auf unserem Kirchendach: eine Photovoltaikanlage zur Gewinnung von elektrischem Strom aus Sonnenlicht. Sie wurde mit Miteln der Bundesstiftung Umwelt finanziert und soll werben:

-für eine Zukunft ohne Kohle und Atom,

-für den Schutz unser einzigartigen Erde, deren Entstehung so wunderbar in der biblischen Schöpfungsgeschichte für alle bisherigen und kommenden Generationen beschrieben wurde.

Zwischen 3.600 und 4.000 Kilowattstunden hat unser Sonnendach bisher Jahr für Jahr an sauberem Strom produziert. Die Sonne schickt uns dafür keine Rechnung.

Die Michaelsplastik

gesicht engel michael